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Mautern

Mautern - ein Ort der Kommunikation und des Brückenbauens

Die Geschichte der Stadt Mautern geht bis ins 1. Jahrhundert nach Christus zurück - und immer wieder spielte Mautern eine wichtige Rolle als Ort der Kommunikation und des Brückenbauens, sei es nun wörtlich oder übertragen gemeint.

Um 170 wurde unter Kaiser Domitian das römische Militärlager "Favianis" errichtet. In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts gründete der Heilige Severin in Favianis ein Kloster. Durch seine intensiven Bemühungen um eine friedliche Nachbarschaft zwischen Römischem Reich und Germanen wurde das nachmalige Mautern zu einem Schnittpunkt der Diplomatie zwischen Römern und Germanen.

777 wird die frühchristliche Agapit-Basilika (heute ein Teil des "Nikolaihofs", des ältesten Weinguts Österreichs) gegründet, hier hielt Bischof Pilgrim von Passau von 985 bis 991 eine Synode ab, um die Zehentrechte in seiner Diözese (die damals auch noch die heutigen Bundesländer Wien, Nieder- und Oberösterreich umfasste) neu zu ordnen.

899 wird Mautern in den Fuldner Annalen als "Civitas Mutarensis" benannt.

Um 1050 wird die Pfarrkirche St. Stephan (im 17. Jhdt. von Carlo Antonio Carlone barockisiert) gegründet.

1137 wird in Mautern von Markgraf Leopold IV. und dem Passauer Bischof der "Tauschvertrag zu Mautern" unterschrieben. Dieser Gütertausch ermöglichte den Bau einer neuen Kirche in Wien, die - ebenso wie der Passauer Dom und die Mauterner Pfarrkirche - dem heiligen Stephan geweiht wurde und die sich im Laufe der Jahrhunderte zum "Stephansdom", heute die wichtigste Kirche und das bekannteste Wahrzeichen Österreichs, weiterentwickelte.

1276 erhielt Mautern von Kaiser Rudolf I. die Privilegien der bürgerlichen Freiheit, das Befestigungsrecht und die hohe Gerichtsbarkeit.

1463 wurde eine Holzbrücke über die Donau gebaut, diese wurde im Laufe der Zeit mehrmals abgetragen oder abgebrannt, um eindringende Truppen fernzuhalten (1575 und 1683 bei den Türkeninvasionen sowie 1805 während der napoleonischen Kriege und 1866 nach der Niederlage von Königgrätz). 1895 wurde eine neue Eisenbrücke errichtet. In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges wurde diese von der abziehenden Wehrmacht zerstört, aber von der Roten Armee binnen weniger Monate wieder aufgebaut.

Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren durch ein stetiges Wachstum der Stadt geprägt, im Westen, Norden und Osten des Stadtgebiets wurden neue Siedlungen und Einfamilienhäuser gebaut, im letzten Jahrzehnt erfolgten zahlreiche erfolgreiche Betriebsansiedlungen im Osten der Stadt. Die Einwohnerzahl ist seit Kriegsende um über 50% auf mittlerweile über 3.000 Personen gestiegen. Im Jahr 2005 wurde an der Donau das österreichweit einzigartige Katastrophenhilfsdienst-Ausbildungszentrum errichtet, in dem Mitglieder von Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen aus ganz Österreich ausgebildet werden. Durch engagierte Weinbau- und Gastronomiebetriebe, das Römermuseum, die Römerhalle und Kulturinitiativen erlangt auch der Tourismus eine immer stärker werdende Bedeutung für Mautern.

Weitere Infos
Weitere Infos zur Geschichte Mauterns finden Sie auf der Website der Stadtgemeinde Mautern, auf der Website des Kulturstammtischs der VHS Mautern sowie in der Wikipedia.